Die Qual der Wahl, die Lebensmittelwahl


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In der heutigen Zeit gibt es eine Vielfalt an angebotenen Lebensmitteln. Die Zeiten in denen die Männer auf Büffeljagt und die Frauen Beeren sammeln gingen sind längst vorbei. Supermarktregale sind das ganze Jahr prall gefüllt. Auch Saisonware spielt keine wirklich große Rolle mehr. Die Tiefkühltruhe erweckt schnell den Eindruck, dass es auch im Winter frischen Spargel gibt. Was heißt das für uns als Konsumenten? Als Sportler wollen wir doch unseren Körper, auf dem Weg zur Maximalleistung, immer bestens mit den benötigten Nährstoffen versorgen. Leistungseinbußen und Krankheiten sind jedes Mal aufs Neue ein neuer Rückschlag. Jeder Sportler, eigentlich jeder Mensch der für sich das Maximum an Lebensqualität erreichen möchte, sollte seinem Körper auch nur das Maximum zur Verfügung stellen. In diesem Artikel werden ein paar grundlegende Tips zur Auswahl von Lebensmitteln gegeben. Leider gibt es auch hier kein allgemeingültiges Geheimrezept, denn wie immer spielen Faktoren, wie z. B. Nahrungsmittelunverträglichkeiten eine Rolle.

Du bist was dein Fressen gefressen hat!
Eine etwas provokante These und auch für Veganer absolut nicht zielführend. Bis zum Vegetarier enthält diese Aussage jedoch eine Menge an Wahrheit. Statistiken über Fettleibigkeit der Amerikaner und Filme wie „Super Size Me“ werfen mit Sicherheit kein gutes Licht auf die Essgewohnheiten der Amerikaner. Jedoch gibt es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten viele Firmen die mit den Worten „Grass Fed“ werben. „Grass Fed“ steht für grasgefüttert und bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass die Nutztiere von denen das Produkt stammt mit Gras gefüttert wurden. Bin ich also nun ein Grashalm, nachdem ich dieses Steak verputzt oder diese Butter auf mein Brot geschmiert habe? Nein, so ganz eng ist diese These natürlich nicht zu sehen! Viel wichtiger ist das, was durch die Ernährung beim Tier selbst passiert.
Als Beispiel stellen wir uns einen jungen 25 jährigen Mann vor. Dieser ernährt sich nur von Junkfood, raucht, genießt regelmäßig eine große Anzahl alkoholischer Getränke und nimmt wohlmöglich noch jede Menge Medikamente und Drogen zu sich. Kurzzeitig mag diese Person keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen davon tragen. Auf längere Sicht hingegen, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit diverse Krankheiten erleiden, ja sogar sein Sperma verliert an „Qualität“. Schwangere und stillende Frauen sollten nach Möglichkeit auf vieles verzichten, damit der Fötus keine Entwicklungsstörungen bekommt. Dies sind nur zwei Beispiele von tausenden, jedoch sehr gut auf die Tierwelt übertragbar. Viele Nutztiere bekommen eine Menge an Wachstumshormonen und anderen Medikamenten. Die Futterqualität ist oftmals miserabel und die allgemeinen Lebensumstände lassen das Tier psychisch verderben. Wer also qualitativ hochwertige Tierprodukte konsumieren möchte, sollte sich bestenfalls über Haltungsbedingungen sowie Fütterung informieren. Die Europäer sind leider in diesem Punkt den Amerikanern ein gutes Stück hinterher. Oder hat schon einmal jemand grasgefüttertes Fleisch im Supermarkt gesehen? Bei Milchprodukten sieht dies jedoch teilweise anders aus. Kerrygold, eine Marke die mit hoher Wahrscheinlichkeit einige Leser bereits kennen, vertreibt z. B. Milch, Butter und Käse von Weidekühen.
Ein gutes Indiz beim Fleisch ist der Gewichtsunterschied vor und nach dem Braten. Durch Wachstumshormone „verwässert“ dieses, beim Braten verdunstet das Wasser jedoch und das doch so gute Filetstück schrumpft erheblich und verliert Gewicht in nicht geringen Mengen. Gutes Fleisch hat seinen Preis!

Weniger ist mehr! Natur pur!
Weniger essen ist mehr Hunger, da sollten sich alle einig sein. Die Aussage bezieht sich viel mehr auf den Verarbeitungsgrad von Lebensmitteln. Hier gilt grundsätzlich, je weiter etwas verarbeitet ist, desto schlechter ist die Qualität. Gekaufte Fertigspeisen sind voll mit unerwünschten Zusatzstoffen, zum Einen sollen die Nahrungsmittel länger haltbar sein und zum Anderen auch noch gut schmecken. Also werden jede Menge Geschmacksverstärker beigemischt. Die Rohstoffqualität an sich ist i. d. R. schon nicht die Beste, zusätzlich wird sie durch das Verarbeiten noch gemindert. Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe verschwinden und als Öl wird ein raffiniertes Öl verwendet. Alles nicht wirklich positiv, daher sollten möglichst viele naturbelassene Lebensmittel genutzt werden. Eine minimale Verarbeitung lässt sich niemals ausschließen. Bei Ölen ist daher darauf zu achten, dass diese kaltgepresst (nativ) sind. Speisen sind häufig mit kleinem Aufwand selbst gekocht. Ohne, dass wir dazu eine Menge an Geschmacksverstärkern verarbeiten müssen. Eine kleine Übersicht an Nahrungsmitteln, die aus der täglichen Ernährung ausgeschlossen werden sollten:

  • Frittiertes
  • Margarine
  • Weißmehlprodukte
  • Junk- und Fastfood

Abschließende Worte!
Bestenfalls entscheidet der individuelle tägliche Nährstoffbedarf das Essen, sodass Makro- und Mikronährstoffe in ausreichender Menge zugeführt werden. Eine Lebensmittelauswahl erfolgt dann nicht mehr nach Lust und Laune, sondern genau für sich abgestimmt. Einem disziplinierten Sportler fällt dies eher leicht. Zu bedenken gilt auch, dass niemand innerhalb von einem Tag seine gesamten Ernährungsgewohnheiten umstellen wird. Dies ist ein längerer Prozess, der stückchenweise erfolgen sollte, auch um die Lust daran nicht zu verlieren. Die gegebenen Tips werden das körperliche Wohlbefinden und die damit verbundene Leistungsfähigkeit auf jeden Fall erhöhen! Trotzdem, die Fünfe müssen auch mal gerade sein. Ab und an etwas „Außerplanmäßiges“ ist gut für die eigene Psyche und wird bei niemandem ins Gewicht fallen.

 

© blan2014_jul


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