Ernährung in der Stillzeit


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Energiezufuhr
Der Energiebedarf ist in der Stillzeit erhöht. Bei vollem Stillen  kommt es im Durchschnitt zu einem Mehrbedarf von 500-600 kcal/Tag, beim Stillen und Zufütterung von Beikost besteht ein Energiemehrbedarf von ca. 300 kcal. Dieser Mehrbedarf besteht, da mit der Muttermilch Energie an den Säugling abgegeben wird, die ersetzt werden muss. Um dem erhöhten Bedarf gerecht zu werden, sollten Sie möglichst hochwertige Lebensmittel verzehren.

Vitaminzufuhr
Achten Sie auf eine vitaminreiche Ernährung. Das können Sie am besten durch den ausreichenden Verzehr von Obst und Gemüse erreichen. Besonders sollten Sie auf den ausreichenden Verzehr von Vitamin B12, Folsäure und Vitamin D achten.
Da die Muttermilch nur wenig Vitamin D enthält, sollten Sie zur Rachitis-Prophylaxe mit Ihrem Arzt über ein Vitamin-D-Präparat für Ihr Kind sprechen.
Eine ausreichende Folsäureversorgung spielt bei der Vermeidung von Schleimhautentzündungen, Magen-Darm-Störungen, zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und gegen die Blutarmut eine bedeutende Rolle. Gute Folsäurequellen stellen Sojabohnen, grüne Blattgemüse, Tomaten, Orangen, Weintrauben und Vollkornprodukte dar.
Auch das Vitamin B12 trägt dazu bei, eine Blutarmut zu vermeiden. Vitamin B12 ist vor allem in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Milchprodukten und in Hefe enthalten. Grundsätzlich sollten Sie eine abwechslungsreiche Mischkost mit vitamin- und mineralstoffreichen Lebensmitteln verzehren, die reich an Vollkornprodukten, Gemüse und Obst ist.

Mineralstoffzufuhr
Eine ausreichende Calciumzufuhr wird benötigt da der Körper in der Stillzeit ausreichend Calcium zur Milchneubildung benötigt. Der Calciumbedarf kann durch Milch und Milchprodukte gedeckt werden.
Der erhöhte Eisenbedarf kann in der Stillzeit durch Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und Fleisch gedeckt werden.
Eine ausreichende Jodzufuhr wird zur Bildung der Schilddrüsenhormone benötigt. Eine gute Jodquelle ist neben dem Seefisch das jodierte Speisesalz. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob gegebenenfalls auch Jodtabletten notwendig sind.

Eiweißbedarf
Auch der Eiweißbedarf ist in der Stillzeit erhöht. Sie können Ihnen gut durch fettarmes Fleisch, fettarme Milchprodukte oder Hülsenfrüchte decken.

Flüssigkeitszufuhr
Durch die Milchbildung besteht ein erhöhter Flüssigkeitsbedarf. Achten Sie darauf, zu trinken bevor Sie Durst verspüren und trinken Sie jedes Mal beim Stillen etwas. Bevorzugen sollten Sie Wasser, Mineralwasser, Saftschorlen, ungesüßte Früchte- und Kräutertees.

Nahrungsergänzungsmittel
Bei einer ausgewogenen Ernährung sind Nahrungsergänzungsmittel im Allgemeinen nicht notwendig und daher nicht empfehlenswert. Bei einem Mangel einzelner Vitamine oder Mineralstoffe kann ein gezieltes Präparat sinnvoll sein. Sie sollten hierzu Ihren Arzt befragen.

 

Diäten in der Stillzeit?
In der Stillzeit ist eine Abnehm-Diät nicht zu empfehlen, da eine unzureichende Nährstoffversorgung der stillenden Mutter schaden kann. Es kann zu Müdigkeit und Erschöpfung kommen, da die Nährstoffreserven überbeansprucht werden.

 

Was Sie meiden oder nur in geringen Mengen verzehren sollten:

  • Wild
  • Thunfisch und andere Raubfische
  • stark geräucherte Produkte, Frittiertes oder Gegrilltes
  • nicht erhitztes Fleisch (Hackfleisch), nicht erhitze Wurstwaren und rohen Fisch
  • koffeinhaltige Getränke weitestgehend meiden
  • Zigaretten und Alkohol sollten in der Stillzeit tabu sein
  • Medikamente sollte Sie nur nach Absprache mit Ihrem Arzt einnehmen

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