Sorbitintoleranz


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Was ist Sorbit?

Sorbit ist ein Zuckeralkohol, der sowohl natürlicherweise in Kern- und Steinobst enthalten ist, als auch als auch in der Lebensmittelindustrie als Zusatzstoff eingesetzt wird. Industriell wird Sorbit auf der Basis von Traubenzucker hergestellt und dient als Süßungsmittel, Trägerstoff und Feuchthaltemittel. Sorbit wird häufig auch als Zuckeraustauschstoff in energiereduzierten Lebensmitteln verwendet. Wenn Sorbit in einem Lebensmittel enthalten ist, wird es in der Zutatenliste auch als Sorbitol, Glucitol D-Glucit oder als E 420 bezeichnet. Sorbit kann desweiteren in Medikamenten, Mundspüllösungen oder Zahncremes enthalten sein.


Beschwerden

Nach dem Verzehr von Sorbit werden bei gesunden Menschen etwa 90% dieses Zuckeralkohols im Dünndarm ins Blut aufgenommen. Die anderen 10% des aufgenommenen Sorbits gelangen in den Dickdarm, wo sie von Darmbakterien verdaut werden. Aus diesem Grund hat Sorbit in größeren Konzentrationen auch bei Menschen ohne Sorbitunverträglichkeit eine abführende Wirkung. Einige Menschen reagieren jedoch schon auf sehr geringe Mengen in der Nahrung. Solch eine Unverträglichkeit wird als Sorbitintoleranz bezeichnet. Dabei kann das Sorbit nicht ausreichend aus dem Dünndarm transportiert werden, so dass größere Mengen in den Dickdarm gelangen. Bei der dort stattfindenden bakteriellen Zersetzung entstehen Gase und andere Stoffwechselprodukte, die zu Blähungen führen können. Weiterhin zieht Sorbit Wasser an, was bei vielen Patienten zu Durchfällen führen kann. Individuell unterschiedlich können die aufgeführten Beschwerden auftreten:

  • Blähungen
  • Bauchschmerzen/ Bauchkrämpfe
  • Übelkeit/ Erbrechen
  • Aufstoßen
  • Durchfälle
  • Verstopfung
  • Berichte über depressive Verstimmungen

 

Diagnose

Der H2-Atemtest (Wasserstoffatemtest) ist eine zuverlässige Methode, um eine Sorbitintoleranz nachzuweisen. Da das Sorbit bei vorliegender Unverträglichkeit von Bakterien im Dickdarm abgebaut wird, entstehen Gase. Neben Kohlendioxid und Methan wird auch Wasserstoff (H2) gebildet. Ein Teil dieses H2-Gases wird über die Lungen abgeatmet und kann somit im Atemtest nachgewiesen werden. Da die körpereigenen Zellen nicht in der Lage sind, H2 zu produzieren, muss der gemessene Wert von der bakteriellen Fermentierung des zugeführten Sorbit stammen.


Behandlung der Sorbitintoleranz

Die Therapie besteht in der Reduktion der Aufnahme von Sorbit durch die Nahrung. Jedoch sollte die tolerable Menge von Fall zu Fall ausgetestet werden, da diese sehr individuell ist. Durchschnittlich liegt diese Menge bei 10- 20 g Sorbit/Tag, gelegentlich auch weniger.

 

Ernährungsempfehlungen

Da Sorbit natürlicherweise in Früchten (Kern- und Steinobst, Weintrauben) vorkommt, sollte die individuelle Verträglichkeit der jeweiligen Obstsorte ausgetestet werden. Gegebenfalls sollte auf Früchte zurückgegriffen werden, die kein, bzw. sehr wenig Sorbit enthalten (Beeren, Zitrus- und Südfrüchte).
Insbesondere Lightgetränke, zuckerfreie Bonbons oder Kaugummis können einen hohen Sorbitgehalt haben, daher sollten Sie auf die herkömmlichen Produkte zurückgreifen. Bei einer Sorbitunverträglichkeit sollte man zudem Genussmittel wie Wein (rot und weiß) und Bier (Lagerbier) meiden. Da Sorbit auch als Feucht- und Frischhaltemittel in Kaugummi, Süß- und Backwaren eingesetzt wird, sollten Sie immer das Zutatenverzeichnis dieser produkte überprüfen und Produkte, die Sorbit enthalten, meiden.

Neben Sorbit können auch folgende Zuckeraustauschstoffe typische Beschwerden hervorrufen: lsomalt (E953), Mannit (E421), Xylit (E967), Laktit (E966), Malit (E965).

 

Sonstiges

Einige Medikamente enthalten ebenfalls Sorbit. Wenn Sie sorbithaltige Arzneimittel einnehmen, besprechen Sie ein Ausweichpräparat mit Ihrem Arzt. Überprüfen Sie auch ihre Zahncreme oder Mundwasser auf einen möglichen Sorbitgehalt.


Sorbitgehalt verschiedener Lebensmittel

Lebensmittel Sorbit (in g pro 100 g)
Apfel  0,5
Apfel geschält 0,6
Apfel getrocknet 2,8
Apfelkonzentrat 2,6
Apfelsaft  0,5
Aprikose (Marille) 0,8
Aprikose Fruchtsaft 0,7
Aprikosen getrocknet  4,7
Bier alkoholfrei  0,2
Birne  2,1
Birne Konfitüre 0,8
Birne Konserve 1,1
Birnenfruchtnektar 1,0
Birne Fruchsaft 2,0
Birnenkompott 1,5
Birnenkraut ungesüßt 7,5
Birne getrocknet 10,4
Bratäpfel 0,5
Dattel getrocknet  1,35
Dörrpflaumenkompott 1,5
Erdbeere  0,03
Germknödel 0,9
Heidelbeere (enthält Xylit)  0,004
Himbeere 0,009
Johannisbeernektar schwarz  0,02
Kernobst kandiert 0,8
Obstmischung getrocknet 1,8
Obstmischung tiefgefroren 0,6
Obsttorte aus Mürbeteig 0,6
Pfirsich  0,89
Pfirsichfruchtsaft 0,8
Pfirsich getrocknet  5,4
Pfirsichkompott 0,7
Pflaume  1,4
Pflaume Fruchtsaft 1,3
Pflaume getrocknet  7,7
Pflaumenkompott 1,0
Pflaume Konserve 0,8
Pflaumenmus 6,0
Pflaumenstreuselkuchen 1,0
Rosine  0,9
Trauben  0,2
Weißbier  0,002
Wiener Apfelstrudel 0,5


Obstsorten, die kein Sorbit enthalten:

  • Ananas
  • Avocado
  • Banane
  • Brombeere
  • Dattel
  • Grapefruit
  • Johannisbeere
  • Kiwi
  • Limette
  • Mandarine
  • Orange
  • Papaya
  • Sauerkirsche
  • Stachelbeere
  • Süßkirsche
  • Wassermelone
  • Zucker-/Honigmelone
     

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