Calipometrie – Körperfett mit Hautfalten bestimmen?


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Tatsächlich, Calipometrie wird die Bestimmung des Körperfettanteils mithilfe von Hautfalten genannt. Wer eine kostengünstige Methode sucht, um seinen eigenen Fettanteil an der Körperzusammensetzung zu messen, der ist mithilfe eines Calipers und unserem Rechner bestens beraten. Mit diesem Artikel möchten wir ein paar Grundlagen zur Thematik sowie das nötige Know-How zur Durchführung vermitteln.
Zuerst einmal benötigt man einen Caliper, die sogenannte Fettmesszange. Mit diesem wird die Dicke der benötigten Hautfalten gemessen, dazu später mehr. Ein wesentlicher Vorteil dieser Methode besteht darin, dass sich die Berechnung nahezu ausschließlich auf die Faltenmessungen bezieht. Andere beeinflussende Faktoren werden nicht berücksichtigt, weshalb Veränderungen sehr genau aufgezeigt werden können. Aus den gemessenen Hautfalten errechnet unser
Rechner anschließend den Körperfettanteil. In der Theorie und der Praxis existieren verschiedene Formeln zur Berechnung, kalorien.de benutzt die Ausarbeitung von Jackson und Pollock. In der Praxis hat sie sich bewährt.

Shit in, shit out! Falsche Messwerte vermeiden!
Der korrekte Umgang mit einem Caliper bedarf ein wenig Übung. Wir empfehlen den Einsatz einer Fettmesszange mit einem Druckpunkt, der bei richtigem Druck einrastet. Eine Verfälschung der Messwerte durch zu starkes Drücken kann so leicht umgangen werden. Die Wahl der Messfalten ist vorgegeben. Sie richtet sich nach dem Geschlecht und der gewählten Methode. Kalorien.de bietet die 3- und die 7-Falten-Methode an. Während die 3-Falten-Methode auch alleine durchgeführt werden kann, empfiehlt es sich für die 7-Falten-Methode, einen Helfer heran zu ziehen.
Für eine korrekte Messung werden Daumen und Zeigefinger im Abstand von ca. 6 cm auf die zu messende Stelle gelegt. Anschließend wird die Haut ergriffen und eine Falte hochgezogen. Mit dem Caliper kann die Dicke der Falte nun gemessen und notiert werden.

Keine Gesichtsfalten, die Wahl der richtigen Falten
Je nach Geschlecht gibt es kleine Unterschiede in den zu wählenden Messfalten. Unser Rechner gibt diese bereits vor. Im Folgenden werden die korrekten Messbereiche kurz erklärt und an unserem Model visulisiert.
1. Brustfalte: Schräge Falte mittig zwischen Brustwarze und Achselansatz
2. Achselfalte: Senkrechte Falte am Achselansatz unterhalb des Brustmuskels
3. Bauchfalte: Senkrechte Falte, ca. 2 cm neben dem Bauchnabel
4. Hüftfalte: Schräge Falte am oberen Ende des Hüftknochens
5. Beinfalte: Senkrechte Falte mittig zwischen Kniescheibe und Hüftknochen
6. Rückenfalte: Schräge Falte zwischen Wirbelsäule und der Spitze des Schulterblattknochens
7. Trizepsfalte: Senkrechte Falte auf dem Trizeps, zwischen Schulterknochen und Ellenbogen

 

Gemessen und berechnet, und jetzt?
Nachdem der Rechner das Ergebnis ausgegeben hat, gilt es dieses zu verstehen. Wie so oft im Leben gibt es auch hier alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede. Für die Frau werden höhere Körperfettanteile besser eingestuft als für den Mann. Dieses liegt u. a. an dem Körperbau der Frau und an der Hormonlage (Testosteron/Östrogen). Letzteres ist übrigens auch für die altersentsprechende Differenzierung verantwortlich. In den folgenden Tabellen haben wir die verschiedenen Ergebnisse gruppiert.


Für den Mann:

Alter athletisch wohlbehalten durchschnittlich ungesund
< 30 < 9,5 % 9,5 – 14 % 14 – 20 % > 20 %
30 - 39 < 14 % 14 – 17,5 % 17,5 – 21 % > 21 %
40 - 49 < 16 % 16 – 19,5 % 19,5 – 23 % > 23 %
50 - 59 < 18 % 18 – 21 % 21 – 25 % > 25 %
> 60 < 18 % 18 – 22 % 22 – 26 % > 26 %

 

Für die Frau:

Alter athletisch wohlbehalten durchschnittlich ungesund
< 30 < 17 % 17 – 20,5 % 20,5 – 24,5 % > 24,5 %
30 - 39 < 18 % 18 – 21,5 % 21,5 – 26 % > 26 %
40 - 49 < 21 % 21 – 25 % 25 – 29 % > 29 %
50 - 59 < 25 % 25 – 28,5 % 28,5 – 32 % > 32 %
> 60 < 25 % 25 – 29 % 29 – 32 % > 32 %

Ein niedrigerer Körperfettanteil kann bei einem gesunden Essverhalten als positiv eingestuft werden, da beispielsweise ein günstigeres Verhältnis der Hormone Testosteron und Östrogen entsteht. Für den Mann bedeutet das u. a. ein erhöhter „Leistungstrieb“ sowie die mögliche Vorbeugung von verschiedenen altersbedingten Krankheiten.

Das Beste zum Schluss, abschließende Worte
Natürlich ist selbst der beste Rechner nicht 100 % genau. Ein Caliper kann kein viszerales, also kein Fett messen, welches in der Bauchhöhle eingelagert ist und die inneren Organe umhüllt. Allerdings lassen sich durch den Einsatz dieser wissenschaftlichen Methode Veränderungen und Entwicklungen der Körperzusammensetzung darstellen. Die Erfahrungen zeigen eine geschätzte Ungenauigkeit von ca. +/- 5 %, abhängig von der Routine des Anwenders und der vorhandenen Berechnungsdifferenz. Wer sich nicht auf %-Angaben fokussieren möchte, der vergleicht die Dicke seiner Hautfalten im Zeitverlauf. Der so ermittelte Trend gibt – bei gleicher Messung – einen korrekten Rückschluss auf die Entwicklung des Körperfetts.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Calipometrie ein günstiges, platzsparendes und auch relativ genaues Verfahren darstellt, um seine körperliche Entwicklung in Bezug auf das Körperfett zu beobachten.

©blan2014_jul

Quellen: Institute of Aerobics Research Dallas (TX), 1994
Jackson A. S.; Pollock M.L., Generalized equations for predicting body density of men, 1978
Jackson A. S.; Pollock M.L., Generalized equations for predicting body density of woman, 1978


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